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Sauerstoff bei die Fische |
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Sauerstoffanreicherung schützt Fische während der Sanierung der Wahnbachtalsperre
Die Wahnbachtalsperre in Siegburg-Seligenthal liefert Trinkwasser u. a. für die Bundesstadt Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis. Für Sanierungsarbeiten am Staudamm muss ein großer Teil des Wassers abgelassen werden.
Damit die Fische in der Talsperre bleiben können, ohne dass ihnen – vor
allem bei hohen Sommertemperaturen – buchstäblich die Luft ausgeht,
beauftragte der Wahnbachtalsperrenverband Air Liquide, eine
Sauerstoffanlage zu installieren. Diese besteht aus einem Vorratstank
für tiefkalt verflüssigten Sauerstoff, einem Luftverdampfer und
feinporigen Schläuchen, über die sich das lebensnotwendige Gas sehr
effektiv im Wasser lösen lässt.
Die Talsperre in Siegburg-Siegelsknippen ist mit mehr als 41 Mio.
Kubikmeter (= 41 Mrd. Liter) Stauinhalt eine der größten
Trinkwassertalsperren Deutschlands. Rund 800.000 Einwohner in der
Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr erhalten durch den Wahnbachtalsperrenverband
Trinkwasser höchster Qualität. Das Wasser wird durch einen 52,5 Meter
hohen Staudamm aufgestaut, dessen Asphaltaußenhautdichtung 50 Jahre
nach Inbetriebnahme der Talsperre zur Sanierung ansteht. Um auf
insgesamt 15.000 m² die oberste Dichtungsschicht bis in 6 cm Tiefe
erneuern zu können, müssen etwa 34 Mio. Kubikmeter Wasser abgelassen
werden. Da eine völlige Entleerung nicht erforderlich ist, können die
Fische in der Talsperre bleiben. Bei hohen Wassertemperaturen sinkt
aber das Lösungsvermögen für Sauerstoff, während gleichzeitig die
Sauerstoffzehrung durch biologische Prozesse zunimmt. Dies gefährdet
das Überleben der Fische, die Selbstreinigungskraft des Wassers sinkt,
es können sich unangenehme Gerüche entwickeln.
Air Liquide bietet hierfür eine Sauerstoffbelebung über perforierte
Schläuche an, die je nach Anwendungsfall frei oder zu Begasungsmatten
zusammengefasst am Gewässergrund verlegt werden. Die Schläuche geben
das Gas in sehr feinen Bläschen ab, die sich besonders gut im Wasser
lösen und die Schichtung des Talsperrenwassers nicht stören. Warum wird
nicht einfach Luft eingetragen? Weil so fünfmal mehr Sauerstoff im
Wasser lösbar ist, da der Stickstoffballast der Luft entfällt. Auf
diese Weise wird auch ein erheblich geringeres Gasvolumen eingetragen
und das Sediment nicht aufgewirbelt. Das ist wichtig, da die dabei
freigesetzten Nährstoffe das Gewässer „umkippen“ lassen können.
Der Sauerstoff wird flüssig in einem Tank vor Ort gelagert. Nach dem
Verdampfer steht das Gas mit einem Druck zwischen 6 und 18 bar zur
Verfügung – genug, um die Leitungsverluste auszugleichen und die
Eintragsenergie aufzubringen. Für die Sauerstoffanreicherung ist also
keine Fremdenergie erforderlich. Das Verfahren ist schnell
einsatzbereit, macht im Betrieb keinen Lärm, hat einen nur geringen
Personal- und Wartungsbedarf und lässt sich flexibel an den jeweiligen
Sauerstoffbedarf anpassen.
In langjähriger Entwicklungsarbeit wurden die Schläuche, ihre Anordnung
und der spezifische Sauerstoffdurchsatz optimiert. Die Fachleute von
Air Liquide sind aufgrund ihrer Erfahrung in der Lage schon im Vorfeld
einer Maßnahme den Grad der Sauerstoff-Ausnutzung sicher zu beurteilen.
Dies und erfolgreiche Einsatzfälle aus jüngster Zeit bei Talsperren im
Harz und im Sauerland haben den Wahnbachtalsperrenverband bewogen, den
Auftrag an Air Liquide zu vergeben.
Anfang Juni wurde der Sauerstofftank mit Luftverdampfer aufgestellt und
die Anreicherungsanlage installiert. Diese besteht aus einem 400 Meter
langen Zuleitungsschlauch, der bis zur tiefsten Stelle des Gewässers
reicht. Daran schließen sich zwei Stränge mit jeweils 200 Meter
Begasungsschlauch an, die per Boot in 40-Meter-Bahnen, mit einem
Stahlseil beschwert, auf dem Grund verlegt wurden. Am 1. Juli haben die
Sanierungsarbeiten begonnen, die gesamte Sauerstoffanreicherung wird
etwa ein halbes Jahr dauern.
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