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POTSDAM - Brandenburgs Gewässer und Fischbestände sind nach Angaben des Landesanglerverbandes gut über den Winter gekommen. Flüsse und Seen seien randvoll mit Wasser, so dass bei den Fischen mit keinen Verlusten zu rechnen sei, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Andreas Koppetzki. Darüber hinaus habe es dieses Mal kaum Probleme mit Eis und Schnee gegeben, was ansonsten den Sauerstoffgehalt des Wassers negativ beeinflussen kann.
Der rund 75 600 Mitglieder zählende Verband halte seine Stärke seit
geraumer Zeit konstant. „Das Angeln entwickelt sich wieder mehr zum
Familienerlebnis.“ Insbesondere die bundesweit einmalige Regelung zum
Friedfisch-Angeln von 2006 hat sich laut Koppetzki bewährt. Davor
hatten nur Kinder und Jugendliche von acht bis 18 Jahren mit dem
Jugendfischereischein ohne Anglerprüfung Friedfische angeln dürfen.
Dies wurde nun auch Erwachsenen erlaubt. Friedfische wie Plötze, Blei,
Rotfeder und Barbe ernähren sich vor allem von Pflanzen. Nichts von
dem, was von der Neuregelung befürchtet wurde, sei eingetreten, sagte
der Hauptgeschäftsführer. So habe es Bedenken gegeben, die Fische
würden nicht fachgerecht getötet oder es käme zum verbotenen Fang von
Raubfischen. „Man kann sagen: Brandenburg angelt“, bemerkte Koppetzki
zur Popularität des Hobbys. Droht dadurch etwa eine Überfischung? „Ach,
um Himmels willen – bei unserem Gewässer- und Fischreichtum! Ich glaube
nicht, dass man mit einer Handangel die Fischbestände gefährden kann.“
Dieser Ruf hat sich inzwischen unter Petrijüngern außerhalb der
Landesgrenzen verbreitet. „Der Zustrom aus anderen Bundesländern ist
immens“, stellte der Hauptgeschäftsführer fest und nannte namentlich
Sachsen und Sachsen-Anhalt, wo mit dem Fischereischein deutlich
restriktiver umgegangen werde als in der Mark.
Sorgen bereite nach wie vor der Aal, von dem auch in diesem Jahr
voraussichtlich wieder einige hunderttausend Exemplare im Einzugsgebiet
der Elbe ausgesetzt würden. Daneben habe sich vor allem die Äsche –
Leitfisch für sauerstoffreiche, klare Bäche – im Bereich Luckenwalde
(Teltow-Fläming) rar gemacht, wo sie ein bevorzugter Beutefisch von
Kormoranen geworden sei.
Als ein drängendes Problem sieht Koppetzki die Privatisierung von
Gewässern durch die bundeseigene Bodenverwertungs- und
-verwaltungsgesellschaft zu maximalen Gewinnen. Dabei blieben die
Erwerber oft unbekannt, suchten sich andere Pächter als den
Landesanglerverband oder erhöhten die Pacht weit über das landesübliche
Niveau hinaus. „Wenn man solche Gewässer über 30 Jahre gepflegt und
bewirtschaftet hat, ist das natürlich schon ein herber Verlust.“ Gut
angelassen hat sich nach Einschätzung von Koppetzki die seit vier
Jahren bestehende Partnerschaft mit Polen, wo märkische Angler auf rund
70 000 Hektar Wasserfläche ihrem Hobby nachgehen können. Umgekehrt
kämen auch polnische Fischer nach Brandenburg. „Interessant sind vor
allen Dingen die grenznahen Gewässer.“ An attraktiven Fischarten
lockten auf polnischer Seite vor allem Wels, Zander und Quappe.
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