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Hechtangeln
Das Hechtangeln mit Kunstködern - insbesondere das gezielte Suchen nach Hechten im tiefen Wasser ist sehr beliebt und erfordert in der Regel keine Vorbereitungszeit.
Wenn der Hecht "tief" steht, dann hält er sich in einer Gewässertiefe zwischen 4 und 12 Metern auf. Selten steht der Hecht im Mittelwasser, so dass das Tiefenfischen auf dem Gewässergrund erfolgt. Oft wird die Gewässertiefe von dem Angler unterschätzt, denn immer wieder beobachte ich, dass der Köder viel zu früh - mitten in der Absinkphase eingeholt wird. So werden Sie beim Hecht angeln wenig Erfolg haben.
Warten Sie, bis der Köder auf dem Gewässergrund angekommen ist und beginnen Sie dann erst mit der Einholbewegung.
Gestalten Sie die Einholbewegung nicht mechanisch und konstant, sondern sorgen Sie für wechselnde Geschwindigkeiten und gelegentliche Spinnstopps. Das haucht dem Köder mehr Leben ein und provoziert auch unmotivierte Hechte zum Anbiss.
Um in der Tiefe spinnen zu können, sollten Sie auch entsprechend schwere Köder wählen. Hier gilt: Lieber schwerer als leichter!
Bei Wobblern können Sie mit Hilfe einer variierbaren Sinkschaufel die Lauftiefe dem Gewässer bzw. der Einholgeschwindigkeit anpassen.
Je näher Sie den Köder an sich heranziehen, desto stärker wird er vom Gewässergrund aufsteigen. Um diesen Effekt zu vermeiden, legen Sie bitte einen Spinnstopp ein und warten solange bis wieder ein Bodenkontakt hergestellt werden kann.
Holen Sie den Köder nicht zu schnell ein (es sei denn, Sie haben besondere Eile) - der Hecht braucht eine gewisse Reaktionszeit bzw. die Möglichkeit sich dem Ködern zu nähern.
Viele Hechte werden auch im Flachwasser gefangen - jedoch meistens durch Zufall beim Spinnen auf Barsch. Dabei ist das Flachwasserfischen auf Hecht eine vielversprechende Strategie. Vor allem in den Monaten Mai und Juni stehen viele Hechte nach Beendigung des Laichgeschäftes noch in den Flachwasserregionen der Seen und Flüsse. Über mehrere Jahre konnte ich an einem Baggerseee beobachten, dass selbst kapitale Hechte in einer ca. einen Hektar großen Flachwasserregion (0,7m - 1m Tiefe) dauerhafte Gäste waren. Auch in den Sommermonaten nach der Laichzeit. Der Grund war ganz einfach: Viele Friedfische haben sich im flachen Wasser aufgehalten.
Es gibt also zwei Gründe warum Hechte sich im Flachen aufhalten und auch hier das Hechtangeln Sinn macht:
(1) Laichgeschäft
(2) Großes Friedfischaufkommen
Tipp: Benutzen Sie einen schwimmenden Wobbler oder einen Spinner der keine Beschwerung hat. Beide Kunstköder lassen sich langsam und hechtsensibel auch in geringsten Wassertiefen führen.
Beim klassischen Schleppangeln auf Hecht wird der Köder mit einiger Distanz hinter dem Boot hergezogen. Das Schleppangeln ermöglicht das Absuchen großer Gebiete. Es empfiehlt sich beim Schleppangeln zwei Angelruten mit unterschiedlichen Ködern bzw. mit Ködern in unterschiedlicher Tiefe anzubieten.
Bitte befestigen Sie die Rute in einer dafür geeigneten Rutenhalterung, denn eine Hechtattacke kann beim Schleppen so heftig sein, dass die Rute bei unsachgemäßer Befestigung über Bord geht. Aber bitte nicht die Rute derart befestigen, dass Sie eine Minute brauchen um einen Anhieb zu setzen.
Das Hecht angeln bzw. Schleppen vom Boot bringt mit schwimmenden Wobblern die besten Ergebnisse. Am besten Sie benutzen einen Wobbler mit einer Tiefenschaufel, die variierbar ist. Je weiter Sie die Schaufel in eine horizontale Position bringen, desto tiefer fischt der Wobbler.
Ganz wichtig ist die Schleppgeschwindigkeit: Rudern Sie nicht wie ein Wilder, sondern machen Sie drei ruhige Ruderschläge und lassen Sie das Boot dann zwei bis drei Meter gleiten. Die Variation der Geschwindigkeit wird sich direkt an Ihrem Fangergebnis bemerkbar machen.
Wenn Sie weit hinter sich schleppen, dann sollten Sie bei einem Biss zwei Anhiebe setzen, denn die Elastizität der Schnur sorgt dafür, dass Ihr Anhieb bei weitem nicht in der gewünschten Stärke ankommt. Viel Spass beim Schleppen und Hecht angeln.
Das Schleppen an der Spundwand hat einige Parallelen zum Schleppen vom Boot - wird jedoch zu Unrecht weitaus seltener praktiziert.
Dabei geht das Schleppen auf Hecht ganz einfach: Mit einer kurzen Spinnrute wird ein Spinner (oder Wobbler) direkt an der Spundwand entlang gezogen.
Die Spinner sollte je nach Gewässertiefe mit einer Spinnstange mit Bleikopf versehen werden. In den meisten stehenden oder langsam fließenden Flüssen reicht eine Beschwereung von 5 bis 7 Gramm völlig aus. Hat der Spinner der Grund berührt, dann sollten Sie ca. 20 Meter Schnur geben, damit der Spinner auch flach über dem Grund arbeiten kann. Die Hechte stehen an der Spundwänden fast immer am Grund.
Sie sind jetzt "das Boot" und setzen sich in Bewegung bzw. ziehen den Hechtspinner langsam hinter sich her. Wie schnell Sie gehen müssen, merken Sie am besten am Wiederstand durch der rotierenden Hechtspinner. Die Bisse kommen blitzartig und mit Vehemenz. Wenn Sie die Spinnrute gut festgehalten haben, ist ein Anhieb in den meisten Fällen nicht mehr von Nöten - Sie können direkt in den Drill übergehen. Achten Sie beim Schleppangeln von der Spundwand immer darauf, dass Sie einen Kescher dabei haben, der auch die Landung eines Hechtes ermöglicht, wenn er in seiner ganzen Länge ausgefahren ist. Vor allem sollte der Kescher groß sein, denn eine Handlandung ist in der Regel nicht möglich. Verlieren Sie bitte Ihren ersten Meter-Hecht nicht, weil der Kescher zu klein oder zu kurz war. Übrigens fangen Sie beim Schleppen auch sehr viele Barsche und Zander. Bei keiner anderen Angelmethode habe ich diese drei Fischarten so abwechselnd gefangen. Viel Spass beim Hecht angeln an den Spundwänden.
Ein selten praktizierte Methode des Angelns auf Hecht ist das Grundangeln mit totem Köderfisch. Diese eher passive Angelstrategie baut darauf, dass der Hecht aktiv auf Nahrungssuche geht und nicht einem spontanen Impuls folgt. Das Grundangeln auf Hecht ist nicht geeignet um größere Gebiete abzusuchen, sondern vielmehr um ein spezielles Angelgebiet konzentriert und zeitintensiv zu befischen. Am besten Sie haben schon eine Vermutung, dass an Ihrer Angelstelle ein Hecht steht.
Je stärker der tote Köderfisch riecht, desto schneller wird er unter Wasser auch wahrgenommen. Viele Grundangel-Experten nehmen Heringe und Makrelen - manchmal sogar in Öl eingelegt.
Im Gegensatz zum Spinnfischen ist das Grundangeln auf Hecht viel zeitintensiver. Zeitintensiver beim Angeln selbst, bei der Beschaffung der Köder bzw. Köderfische und nicht zuletzt bei der Wahl der Angelstelle. Zudem sollten Sie als Grundangler geduldig - sehr geduldig sein. Das Grundangeln auf Hecht hat nämlich andere Beissintervalle als das Grundangeln auf Rotaugen oder Brassen. Bisse sind deutlich seltener als dies bei Friedfischen der Fall ist.
Bei trübem Wasser sollten Sie das Hecht-Grundangeln auf jeden Fall in Erwägung ziehen, denn im trüben sinken die Chancen mit einem Kunstköder dramatisch.
Übrigens: Grundangeln auf Hecht heißt nicht, dass Sie auf eine Pose zur Bissanzeige verzichten müssen. Beide Varianten - das Angeln mit oder ohne Pose - sind erfolgreich. Mein Tipp zum Grundangeln auf Hecht: Nehmen Sie eine Pose, denn der Augenblick des Untertauchens und Wegziehens ist schon ein besonderer Moment - auch nach vielen Jahren und hunderten von Bissen.
Weitere Vorteile des Grundangelns:
- Das Durschschnittsgewicht der Hechte ist höher als beim Spinnfischen.
- Man bekommt auch noch Hechte an den Haken, die auf keinen Spinnköder mehr gehen. Vor allem in stark befischten Gewässern.
- Man kann auch in den Wintermonaten noch Hechte fangen, auch wenn diese schon träge sind und das Interesse an Kunstködern verloren haben.
Sie sehen, das Grundangeln auf Hecht hat durchaus seine Anwendungsbereiche. Viel Spass beim Grundangeln auf Hecht.
Das Hecht angeln mit dem lebenden Köderfisch ist in Deutschland leider großflächig verboten und soll deswegen an dieser Stelle auch nur kurz erwähnt werden.
Viele Hechtangler haben jedoch die Möglichkeit in angrenzenden Nachbarländern diese Angelart zu praktizieren. Vor allem in Frankreich wird sehr gerne mit dem lebenden Köderfisch dem Hecht nachgestellt.
Viele Spinnangler schwören auf die Fängigkeit der Kunstköder und erheben diese Angelart zur fängigsten überhaupt. Meine Erfahrungen sehen anders aus.
In meiner Jugend hatte ich auch in Deutschland noch überall die Möglichkeit lebende Köderfische einzusetzen. So viele schöne Momente und ebenso viele Hechtbisse hatte ich nie wieder. Aber hier teilen sich eben die Meinungen!
Der größte Nachteil beim Angeln mit dem lebenden Köderfisch: Sie müssen erst einmal Köderfische fangen oder besorgen. Kennen Sie die frustrierende Situation, dass einfach keine Köderfische beissen wollen, die Hecht aber springen und jagen? Da muß jeder einmal durch - trösten Sie sich.
Häufig gemachter Fehler: Zu früh den Anhieb zu setzen. Der Hecht schluckt den Köderfisch in der Regel nicht mit einem Biss, sondern wendet ihn bzw. sucht sich einen geeigneten Unterstand zum Fressen. Wenn der Hecht also direkt nach dem Biss zu laufen beginnt, dann geben Sie ihm bitte Schnur und warten Sie bis er wieder steht. Dann gedulden Sie sich noch mindestens eine halbe Minute. Aber bitte nicht direkt den Anhieb setzen, sondern schön den Schnursack aufkurbeln und etwas Spannung herstellen. Dann klappt es auch mit dem Hecht!
Seien Sie geduldig. Mann will zwar, aus Angst den Hecht noch vor dem Anhieb zu verlieren, instinktiv so schnell wie möglich anschlagen - dies geht jedoch sehr oft in die Hose - vor allem wenn der Köderfisch nur mit einem Drilling oder an der Lippe angeködert worden ist. Viel Spass beim Hecht angeln.
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